Ponyhof

Ponyhof

Rechts an das Modul Wüstenau schließt sich ein schmales Modul mit einem Ponyhof an. Mit diesem Modul nahm ich am 5. Modellbauwettbewerb des Eisenbahnjournals teil.

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Das Modul von oben

Wohin mit den Pferden?
Nachdem ich von meinen pferdebegeisterten Töchtern diverse Packungen mit Preiserpferden geschenkt bekam, mußte ich eine Möglichkeit finden, diese auf der Anlage glaubhaft zu plazieren. Im Bau befand sich ein ländliches Modul, auf dem ein Bauernhof stehen sollte. Da war es nur logisch, diesen zu einem Reiterhof umzugestalten.

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Die Geschichte:
In den sechziger Jahren suchte Herr Schreiber ein Wohnhaus für seine gerade neu gegründete Familie. Er hatte eine Anstellung in einem ländlichen Betrieb im Hessischem, der allerlei technische Produkte für die Landwirtschaft herstellte. Er fand einen ziemlich heruntergekommenen Hof in der Nähe seiner Arbeitsstelle. Als Eisenbahnfreund störte es ihn nicht, dass die Eisenbahnstrecke Wintersdorf – Rodach dicht an seinem Hof vorbeiführte. Mit viel Einsatz renovierte er den Hof größtenteils in Eigenarbeit. Die Scheune benutzte er für seine Gerätschaften.

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Anfang der Siebziger traten einige Freunde an Herrn Schreiber heran. Sie wollten ihre Pferde in der immer noch nicht benutzten Scheune unterstellen. Als einer, der eher Dampfloks als Tiere mochte, war er von dem Gedanken, Tiere versorgen zu müssen, wenig begeistert. Seine Töchter (11 und 13 Jahre) redeten ihm gut zu, so dass sich sein Protest nur kurz hielt.

Inzwischen hat sich die Reiterei auf dem Schreiberhof so entwickelt, dass Herr Schreiber trotz seiner Aversion gegen Pferde seine Arbeit aufgegeben hat. Der Hof wurde um einen Ponystall, eine Reitbahn und einen Offenstall erweitert. Auch gibt es unter dem Dach zwei Zimmer für Feriengäste.

Herr Schreiber kümmert sich um die Bewirtschaftung des Hofs. Die Pferde pflegen die Schreibertöchter, die auch mit viel Engagement im neu gegründeten Reiterverein mitarbeiten.

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Die Eisenbahnstrecke:
Die eingleisige Nebenstrecke Wintersdorf-Rodach erhielt ihre Konzession im Jahre 1894. Sie hatte ihr Auskommen durch einige kleine Fabriken mit Gleisanschluß. Der Personenverkehr war eher spärlich. Die Verstaatlichung erfolgte 1936. Stillegungsgerüchte gab es seit den späten Sechzigern. Diese werden sich wohl nicht bewahrheiten, denn hinter Wintersdorf liegt Kraftwerk.

Das Modul:
Das Modul mit dem Reiterhof ist Teil einer Anlage, die entlang der Wand gebaut ist. Das Anlagenthema ist die eingleisige Nebenstrecke mit einem Endbahnhof. Die Modulgröße beträgt 140cm*22cm. Der Unterbau und das Trassenbrettchen bestehen aus 9 mm Sperrholz in offener Rahmenbauweise. Die Gleise wurden direkt auf das Trassenbrettchen genagelt und mit Schotter von Busch eingeschottert. Der Rost besteht aus Dispersionsfarbe. Die Modulübergänge sind nach eigener Norm gefertigt. So können Module untereinander getauscht werden. Die Landschaftsgestaltung

Die Geländeformen sind in der Fliegendraht- Gips- Methode gestaltet. Der Reiterhof und die Reitbahn stehen auf Sperrholzbrettchen. Die Streumaterialien stammen von Faller und Busch und wurde auf verdünnten Weißleim gestreut. Der Boden der Reitbahn entstammt einer echten Reitbahn. Für den Hofplatz und das Beet kamen gesiebter Sand und Erde aus dem Blumenbeet zum Einsatz.

Die Bäume stammen aus dem Naturwaldsortiment von MZZ. Sie wurden zusätzlich mit Microflocken von Busch bestreut. Für den großen Baum habe ich drei Äste zusammengehalten und mit Tesakrepp umwickelt.

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Die Gebäude:
Das Hofgebäude und die Scheune sind aus einem Plastikbausatz der Firma Vollmer zusammengebaut.. Die Scheune erhielt eine kleine Inneneinrichtung mit Pferdeboxen und Heu. Das Original des weißen Ponystalls steht auf einem Ferienhof in der Nähe von Fritzlar und wurde mit Papier und einem 1 mm Sperrholzdach nachgebaut. Der Offenstall wurde einem Original aus Norderstedt nachempfunden. Hier kamen Funierholz und eine Mauerplatte von Kibri zum Einsatz.

Sonstige Ausstattungsteile:
Der Zaun der Reitbahn besteht aus 0,3 mm und 1 mm Draht von Weinert. Er hat etwa 150 Lötstellen. Die anderen Zäune sind aus 0,3 mm Draht hergestellt.

Die Straßenfahrzeuge und Figuren stammen von Preiser, Merten und MZZ. Die Werkbank und das Fahrrad sind Teile von D. Beier. Farbliche Nachgestaltung bei den meisten Ausstattungsteilen ist selbstverständlich.