Schiffer Design bietet in Spur Z einige feine Kleinigkeiten an. Ich habe mir die Bausätze Z-3011 Karrensortiment, Z-3003 Kohlenkörbe und Z-3010 Kohlegabeln und -Schaufeln bestellt. Nach der ersten Freude über die Filigranität der Bausätze gibt es eine Enttäuschung. Keinem Bausatz ist ein Bauanleitung beigelegt. Für einen Online-Besteller ist dies eine Kleinigkeit, doch für etwas altmodischere Zeitgenossen ist so etwas sehr ärgerlich.

Als Erstes lade also ich die Bauanleitungen herunter und drucke sie aus. Sie sind ausreichend und mit guten und klaren Zeichnungen bebildert. Schiffer empfiehlt die Verwendung von Sekundenkleber. Wer derart kleine Klebermengen an eine Nadel bekommt, soll ihn benutzen. Ich löte auch hier lieber.

Karrensortiment

Ich beginne mit dem Karrensortiment. Auf einer Ätzplatine sind Bauteile für zwei Sackkarren mit kleinen Rädern, zwei Sackkarren mit großen Rädern und zwei dreirädrigen Werkzeugkarren. Die Bauteile sind äußerst filigran und sollten mit einer wirklich neuen Skalpellklinge auf einer umgedrehten Leiterplatte ausgeschnitten werden. Die Schnittlinien sind angeätzt, was sehr von Vorteil ist. Von der Präzision und der Detaillierung macht Schiffer dem Motto der Homepage “Feines in Spur Z“ alle Ehre.

Bei den Sackkarren sind die drei Bauteile schnell ausgeschnitten. Die untere Fläche wird nach oben gebogen, dann sind die Räder dran. Die Bauanleitung empfiehlt auf die “plastische Seite“ der Räder zu achten. Es gibt sie wirklich, ist aber nur mit sehr dicker Lupe zu erkennen. Die Karre halte ich mit einer Klemmpinzette, ein Rad stecke ich auf die Achse, benetze die Verbindungsstelle mit Lötwasser und löte das Rad mit sehr wenig Zinn fest. Jetzt zeigt sich der Vorteil des Lötens. Das Rad ist logischerweise schief auf der Achse. Jetzt kann ich mit der zweiten Pinzette leicht auf die zu hoch stehende Stelle des Rads drücken und die Achse mit dem trockenen Lötkolben erhitzen. Wenn sich das Rad bewegt entferne ich den Kolben sofort wieder und schaue mir das Ergebnis an. Das ganze wiederhole ich fünf bis sechs mal, bis das Rad gerade sitzt.

Die Ätzplatine für das Karrensortiment. Oben die Bauteile für die Werkzeugkarren. Erst auf dem Foto entdecke ich, dass die Platine auf dem Kopf liegt. Sonst wären die ''plaztischen Seiten'' des Rahmens und der Ladeplatte der Werkzeugkarren zu sehen.
Die Ätzplatine für das Karrensortiment. Oben die Bauteile für die Werkzeugkarren. Erst auf dem Foto entdecke ich, dass die Platine auf dem Kopf liegt. Sonst wären die “plastischen Seiten“ des Rahmens und der Ladeplatte der Werkzeugkarren zu sehen.

Was bei den großen Rädern schnell von der Hand geht, ist bei den kleinen ein Ding der Unmöglichkeit. Ich schaffe es nicht, die im Durchmesser kleiner als 2 mm großen Räder mit der Pinzette zu greifen und auf die Achsen zu stecken. Also schneide ich die Achsen kurzerhand ab und löte die Räder direkt an die Sackkarre.

Noch einmal die Werkzeugkarren von der richtigen Seite: Gut zu erkennen sind die filligranen Nietreihen auf der Ladeplatte. Die plastifizeirten Räder erhalten noch einen Radreifen.
Noch einmal die Werkzeugkarren von der richtigen Seite: Gut zu erkennen sind die filigranen Nietreihen auf der Ladeplatte. Die plastifizierten Räder erhalten noch einen Radreifen.

Der Bau der Werkzeugkarren geht besser von der Hand.Das Falten des Rahmens ist wegen der Anätzungen kein Problem. Ich verzichte auf das Zusammenlöten des hinteren Laufrades. Dank der Passnasen ist das Einpassen und Anlöten des Rahmens auf die Grundplatte kein Problem. Die sehr kleinen Räder sollen durch Herunterklappen eines Reifens plastifiziert werden. Das klappt erstaunlich gut. Das Aufstecken auf die Achse gelingt mir anfangs nicht, so dass ich die Räder direkt auf den Rahmen löte. Beim dritten Rad schaffe ich es auf Anhieb. Dadurch bin ich so euphorisch, dass ich beim Abschneiden des letzten Rades nicht aufpasse und es auf nimmer Wiedersehen wegspringt. Zum Glück ist mir vorher ein Radreifen beim Biegen abgebrochen. So kann ich diesen benutzen. Hier wäre es ein netter Zug von den Kleinserienherstellern, wenn bei der Konstruktion für wirklich kleine Teile Ersatz eingeplant wird. Sollte ein Ersatzteil nicht benötigt werden, freut sich der Kunde über ein kleines Ausstattungsteil, das irgendwo in der Ecke liegen kann.

Beim Lackieren mit der Airbrush sollte man die Karren weit weg legen und nur immer ein Teil am Platz haben. So bläst man es nicht auf nimmer Wiedersehen weg. Dieses Mal klebe ich die Teile nicht auf Doppelklebeband, sondern halte sie mit der Pinzette, was sie ohne Schaden überstehen. Nach dem Trocknen hebe ich die Details mit dem Pinsel hervor.

Die fertig lackierten Karren
Die fertig lackierten Karren

Kohlenkörbe

Sechs Kohlenkörbe werden auf einer Ätzplatine geliefert. Auch sie hat eine detaillierte und eine nicht detaillierte Seite.

Die Ätzplatine mit den Bauteilen
Die Ätzplatine mit den Bauteilen

Zuerst schneide ich ein Seitenteil aus und runde es auf der Spitze eines Bleistifts. Das geht sehr gut, weil die Knickstellen angeätzt sind. Die Klebelasche wird leicht nach innen geknickt und dann lasse ich mich herab und benutze tatsächlich Sekundenkleber. Den geformten Korb stelle ich auf Doppelklebeband und benetze mit Hilfe eines an einer Nadel hängenden Tropfen Sekundenkleber von innen die Klebestelle. Bis zu Haften des Klebers drücke ich den Korb von außen zusammen. Nun schneide ich den Boden aus der Ätzplatine und klebe ihn ebenfalls auf Doppelklebeband. Der Boden wird sparsam mit Kleber benetzt und der Korb übergestülbt.

Im Laufe der Serienproduktion der sechs Körbe haben sich folgende Tipps herauskristallisiert:

  • Sekundenkleber bindet nicht innerhalb von Sekunden ab. Er benötigt schon eine halbe bis eine Minute, insbesondere wenn die Bauteile unter Spannung stehen.
  • Benetzt man den Korbboden mit Kleber, bleibt er auf der Oberfläche. Beim Aufkleben der Körbe sollte man sie einmal in diesen Tropfen Kleber eintauchen. Beim Lösen von Doppelklebeband muss dann allerdings das Skalpell benutzt werden.
  • Deshalb sollte man vor der Lackierung die Körbe einmal vom Doppelklebeband abheben und an eine andere Stelle kleben. Sonst beschädigt man beim Abheben den Lack. Außerdem stellt man sicher, dass die Klebestelle wirklich hält.
  • Die Griffe verbiegen sehr leicht. Vor dem Lackieren sollte man sie eventuell wieder ausrichten.
Die Kohlenkörbe werden mit der Schaufel beladen und zu zweit über das Laufbrett zum Kohlebansen geschleppt.
Die Kohlenkörbe werden mit der Schaufel beladen und zu zweit über das Laufbrett zum Kohlebansen geschleppt.

Kohlegabeln

Die Kohlegabeln und -Schaufeln werden in der Ätzplatine lackiert. Die Grundierung erfolgt mit der Spritzpistole, der Farbauftrag in schwarz und holzbraun mit dem Pinsel.

Die lackierten Kohlegabeln und -schaufeln in der Ätzplatine
Die lackierten Kohlegabeln und -schaufeln in der Ätzplatine