Papier auf Polystyrol

Die Häuser in Müsum sollen mit einer besonders detaillierten Gestaltung aus Polystyrol gebaut werden. Dies erfordert aber auch den Einsatz anderer Materialien, da Polystyrol eine Mindestdicke von 0,5 mm aufweist, was einer Vorbilddicke von 11 cm entspricht. Für Verzierungen ist das schon zu viel. Also soll auch Papier eingesetzt werden. Hier muss aber ein zuverlässiger Kleber gefunden werden. Daher mache ich, bevor es los geht, ein Klebeexperiment. Da mir eine Laborausrüstung fehlt, um genaue Kräfte zu messen, arbeite ich mehr nach Gefühl. Die Beschreibung der Klebeeigenschaften ist natürlich sehr subjektiv und eine Reproduktion der Ergebnisse nur bedingt gegeben.

Auf einem Reststück Polystyrol klebe ich mit verschiedenen Klebern Papierstreifen auf. Sie werden mindestens 24 Stunden trocknen. Danach versuche ich sie vollständig vom Polystyrol wieder zu entfernen. Über eine Langzeithaltbarkeit kann ich keine Aussage treffen.

Die Materialien für den Versuch

Die Materialien für den Versuch

tesa Vielzweckkleber

Er steht für moderne Alleskleber auf Wasserbasis. Er ist sehr flüssig und läuft daher zu schnell aus der Flasche. Es ist daher sinnvoll, einen Tropfen Kleber auf ein Stück Restpapier laufen zu lassen und dann den Kleber mit einem Zahnstocher auf dem Klebeobjekt zu verteilen. Beim Aufkleben drückt überschüssiger Kleber an den Seiten heraus.
Beim Abziehen muss ich nur die richtige Ecke erwischen, die etwas hochsteht, schon lässt sich das Papier abziehen. Der ausgehärtete Klebstoff bleibt am Papier. Lediglich die übergelaufenen Reste bleiben am Polystyrol. Sie haften aber recht fest und lassen sich mit dem Fingernagel nicht abkratzen.

UHU Alleskleber

Er ist der Klassiker im Bereich Alleskleber und ist schon seit Ewigkeiten auf dem Markt. Jeder hat sicher als Kind seine Drachen damit geklebt und wahrscheinlich in der Schule damit gearbeitet. Er hat immer noch den Nachteil, Fäden zu ziehen und meist sofort nach dem aufschrauben aus der Tube zu quellen. Auch hier ist es besser einen Tropfen neben das Objekt zu träufeln und mit einem Zahnstocher auf die richtige Stelle zu verteilen.
Auch dieser Papierstreifen lässt sich sehr leicht abziehen; eher noch leichter als der Vielzweckkleber. Hier bleiben keine Reste auf dem Kunststoff zurück, was eher daran liegt, dass ich sparsamer mit dem Klebstoff war.

UHU kraft Alleskleber transparent

Diese Kleber hat eine etwas festere Konsistenz und quilt nicht sofort aus der Tube, was auch daran liegen kann, dass sie zum ersten Mal aufgemacht wird. Er zieht auch Fäden, die aber nicht so hartnäckig sind. Er lässt sich nur schwer gleichmäßig auf dem Papier verteilen. Es bleiben kleine Knötchen übrig, die aber beim Andrücken des Papiers auf das Polystyrol verschwinden.
Dieser Klebstoff haftet so gut, dass das Papier auseinanderreißt. Die Reste sind so fest auf dem Polystyrol, dass sie sich auch mit dem Findernagel nicht abkratzen lassen.

UHU allplast

Dieser Kleber ist von der Konsistenz etwas flüssiger als Uhu Alleskleber. Die Fäden, die er zieht, sind wesentlich hartnäckiger. Wenn man nicht genau aufpasst fliegt das Klebeobjekt hinter der Tube her, was bei Kleinteilen natürlich äußerst nachteilig ist. Auch hier gilt natürlich, dass man den Klebstoff nicht direkt aus der Tube auftragen sollte.
Bei diesem Kleber lässt sich das Papier wieder einfach und fast rückstandslos entfernen. Lediglich ein kleiner Rest Klebstoff bleibt auf dem Polystyrol hängen. Das Papier ist dort aber nicht beschädigt.

Pattex Blitzkleber

Dieser Kleber steht stellvertreten für Sekundenkleber auf Cyanacrylat-Basis. Er hat natürlich den Nachteil aller Sekundenkleber, wie permanent verstopfte Düsen. Auch sollte man es tunlichst vermeiden, auf die Klebefläche zu fassen. Dann klebt das Objekt sofort am Finger. Wie man das bei Kleinteilen vermeiden kann, weiß ich aber nicht. Der Kleber ist äußerst dünnflüssig, so dass er sofort vom Papier aufgesaugt wird und auf der Gegenseite durchscheint. Er eignet sich also nicht für fertige Papierobjekte. Sollen sie später noch lackiert werden, so ist das kein Problem. Beim Aufkleben läuft überschüssiger Kleber an der Seite heraus und lässt sich kaum noch entfernen, weil die Finger sofort festkleben. Hier sollte man wohl besser auf Sekundenkleber Gel zurückgreifen.

Der Sekundenkleber haftet so gut, dass man nur wenige Teile des Papiers lösen kann. Der Rest haftet unlösbar am Kunststoff.

Tesa Easy Stick

Auf die Idee einen Klebestift zu verwenden wäre ich nicht gekommen, doch ein Eisenbahnfreund benutzt ihn nach eigener Aussage erfolgreich. Das Auftragen geht einfach und sauber. Auch ist der Klebevorgang völlig unproblematisch. Kein Kleber läuft an der Seite heraus das Objekt lässt bis zum Andrücken ausrichten.
Das Papier hafte recht hartnäckig am Kunststoff. Der Kleber hat die zweitbeste Haftkraft. Das ist eine vollständige Überraschung für mich. Warum schaffen es die Schulkinder mit diesem Kleber nicht, ihre Arbeitsbögen vernünftig ins Heft zu kleben.

Ponal

Der Weißleim ist mein Lieblingskleber. Ich benutze ihn für fast alles. Er lässt sich leicht mit dem Finger auftragen. Das Papier biegt sich aber sofort im Halbkreis zur nicht benetzten Seite. Das liegt daran, dass Ponal recht feucht ist, aber wiederum nicht so feucht, dass es das ganze Papier durchdringt.
Dieser Kleber haftet am schlechtesten. Ein kleines Knibbeln mit dem Fingernagel und die Hälfte des Papiers ist schon ab. Der Rest fällt fast alleine ab.

Auf der Kunststoffplatte sind nur die Reste von drei Klebstoffen zu erkennen. Etwa in der Mitte nur ein kleines bisschen vom UHU kraft transparent. Vom Pattex Blitzkleber ist noch am meisten zu erkennen. Darunter sind die Reste vom Klebestift.

Auf der Kunststoffplatte sind nur die Reste von drei Klebstoffen zu erkennen. Etwa in der Mitte nur ein kleines bisschen vom UHU kraft transparent. Vom Pattex Blitzkleber ist noch am meisten zu erkennen. Darunter sind die Reste vom Klebestift.

Der Sieger in der Klebekraft war eigentlich zu erwarten. Doch dass ein einfacher Klebestift, den jeder Erstklässler im Ranzen hat, auf den zweiten Platz ist schon überraschend. So wie der Testkunststoff aussieht, sind diese Kleber die einzig sinnvoll benutzbaren. Meine Entscheidung steht fest, ich werde den Klebestift vorziehen. Auch wenn die Klebekraft nicht ganz so super ist, wie die des Sekundenklebers, ist die Verarbeitung wesentlich einfacher.


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