Demontage der Gabel

Als letztes wird die Gabel demontiert. Die Kontermutter am Steuerlager wird mit dem Schraubenschlüssel gelöst. Danach kann man beide Schrauben des Lagers mit der Hand lösen. Während am oberen Lagerkäfig das Fett noch recht hell aussieht, ist es unten schon sehr verharzt und klebrig.

Die Teile des Steuerlagers
Die Teile des Steuerlagers

Als ich die Gabel sauber mache, habe ich plötzlich viele kleine Kugeln an den Händen. Hier hat der Mechaniker nach dem Löten wohl nicht ordentlich sauber gemacht. Die Lötkugeln werden mit Lötfett zwischen die zu verlötenden Teile geschmiert. Dann werden die Teile mit der Flamme erhitzt. Die Kugeln aus Lötzinn verflüssigen sich und verbinden sich mit dem Metall.

Die Lötzinnkugeln auf der Hand des Autors
Die Lötzinnkugeln auf der Hand des Autors

Widerstand

Nun finde ich doch eine feste Schraube. Das rechte Pedal bekomme ich beim besten Willen nicht los. Da gebe ich auf und verzichte auf den Versuch das linke Pedal zu demontieren. Auch der Vierkant des Pedalarms widersetzt sich dem Abziehen, doch reichen hier diverse Hammerschläge senkrecht zur Achse.

Pedalarm, Kontermutter und Abdeckblech sind demontiert. Links haben Tretlager und Pedalen Linksgewinde. Um die Lagerschale herum sieht man eine Schmutzschicht, aus Sand und Fett, die ich im oberen Teil schon abgewischt habe.
Pedalarm, Kontermutter und Abdeckblech sind demontiert. Links haben Tretlager und Pedalen Linksgewinde. Um die Lagerschale herum sieht man eine Schmutzschicht, aus Sand und Fett, die ich im oberen Teil schon abgewischt habe.

Nun wird es schmutzig. Die Achse des Tretlagers muss heraus. Dazu drehe ich die Einstellmutter ab und entnehme den immer noch gut gefetteten Kugelkäfig. Die rechte Kurbel und der Zahnkranz sind an der Achse angeschmiedet, so dass sie mit der Achse herausgezogen werden.

Die Teile des Tretlagers auf einer Zeitung: Die Teile sind am stärksten oxidiert. Die Lagerschalen bleiben im Rahmen. Die Pedale werden zwar nicht die ganze Region bewegen, doch reicht es mir, wenn sie mich in die Region bewegen.
Die Teile des Tretlagers auf einer Zeitung: Die Teile sind am stärksten oxidiert. Die Lagerschalen bleiben im Rahmen.
Die Pedale werden zwar nicht die ganze Region bewegen, doch reicht es mir, wenn sie mich in die Region bewegen.

Zuerst werden alle Teile mit Petroleum und einem Pinsel von Fettresten befreit. Danach wird der Straßenschutz in Wasser mit Haushaltsreiniger abgewaschen. Das anschließende Polieren ist eine Gedulds- und Kraftarbeit.

Stripshow

Heute strippe ich das Fahrrad fast vollständig . Alles was an den Hinterbau geschraubt ist, demontiere ich. Auch der Sattel mit Stütze ist ab. Am Schluss kommt auch noch der Lenker mit Vorbau dran. Bei der Demontage zeigt sich, dass Hercules in den Achzigern des letzten Jahrhunderts hervoragende Qualität abgeliefert hat. Keine Schraube ist fest. Nur unter dem hinteren Schutzblech finde ich eine angerostetet Mutter. Nun poliere ich 3 Stunden an den Einzelteilen herum und lagere sie in einer großen Pappkiste.
Weitergehen wird es wohl mit den Pedalen und dem Tretlager.

Demontage

Ich habe mir das Fahrrad erst mal in den Keller gestellt um zu entscheiden, was ich damit machen wollte. Eigentlich suchte ich nur einen Rahmen, um mir ein Single aufzubauen. Wegen des insgesamt guten Zustands des Rades, möchte ich es lieber im „unrestaurierten“ Originalzustand erhalten. In einer ersten Übersicht benötige ich nur wenige Neuteile:

  • Reifen
  • Schläuche
  • Kette
  • Bremszug

So halten sich die Kosten in Grenzen.

An einem freien Nachmittag hänge ich das Fahrrad in der Sonne auf und demontiere erst einmal alle an der Gabel angebauten Teile. Das Vorderrad baue ich wieder ein, damit das Rad abgestellt werden kann. Die übrigen Anbauteile werden erst einmal in Wasser mit Haushaltsreiniger und Schwamm gereinigt.
Aus dem Schutzblech treibe ich eine kleine Beule heraus. Es besteht aus Edelstahl, der keinen Rost angesetzt hat, doch reichlich verkratzt ist. Die Schutzblechstreben haben schon mehr gelitten, doch wirklich rostig sind sie auch nicht. Sie richte ich mit der Hand. Das Gleiche trifft auf den Dynamo zu. Nun kommt Autopolitur zum Einsatz. Mit Schleifpolitur aus der Tube wird der Glanz erneuert. Roststellen lassen sich damit zwar nicht beseitigen, doch die Ausblühungen, die sich auf dem intakten Material verteilen, verschwinden. Danach gibt es noch eine Schutzschicht aus flüssiger Politur.
Die Felgenbremse ist eine `“Altenburger Synchron“. Aus heutiger Sicht wirkt sie antiquiert, doch in meiner Jugend war sie das Non plus ultra, was es auf dem Markt gab. Das Gewicht war dank Aluguss gering und die Bremswirkung mit den langen Hebeln enorm. Ok, Stahlfelgen haben sich schon immer einer echten Verzögerung widersetzt, vom Nassbremsverhalten ganz zu schweigen. Die Bremse wird auseinander genommen, poliert und neu gefettet.
Der Tacho war unten an der Gabel angebaut. Er ist leider defekt. Mal sehen, ob man ihn auseinander nehmen und reparieren kann.

Die Ausbeute der Polierarbeit eines Nachmittags
Die Ausbeute der Polierarbeit eines Nachmittags

 

Restauration eines Fahrrades

Völlig verstaubt habe ich in einer Garage ein altes Fahrrad gefunden. Es handelt sich um ein himmelblaues Hercules Locarno, wahrscheinlich aus dem Jahr 1987. Es wurde scheinbar nur kurzzeitig gefahren, hatte allerdings Kindersitze montiert, die am Rahmen scheuerten. So gibt es einige Roststellen an untypischen Stellen. Die Räder liefen gut, die Dreigangnabe nahm allerdings die Kurbel mit.

 

Am 16.4.2011 ist noch im "Originalzustand'' wie ich es geholt habe.
Am 16.4.2011 ist noch im „Originalzustand“ wie ich es geholt habe.