Altes Binnenschiff

Frisch aus der Werft sieht das Binnenschiff schon gut aus. Doch die Jahre auf dem Rhein haben ihre Spuren hinterlassen. Wie sich die Zeit so auswirkt zeige ich hier.

Altes Binnenschiff
frisch aus der Werft

Die Binnenseeleute haben die Kajüte und den Steuerstand frisch in weiß gestrichen. Den Rest hauche ich mit einem Gemisch aus Klarlack und wenig weiß über.

Altes Binnenschiff
aufgehellt

Dort wo die Farbe beim Beladen oder Anlegen abscheuern könnte, male ich dunkle Rostspuren auf. An manchen Stelle läuft das Rostwasser auch herunter.

Altes Binnenschiff
Da muss die Mannschaft ordentlich Rost kloppen.

Dann benutze ich verschiedene Washings, davon leider ein zu dunkles. So sollen Drecknester in Vertiefungen dargestellt werden.

Altes Binnenschiff
Dreck auf dem ganzen Schiff

Nun fehlen die Highlights in weiß. Sie heben Ecken und Kanten hervor. Dann schützt matter Klarlack die Oberfläche. Lediglich die schwarz ausgelegten Fenster lasse ich durch Glanzlack etwas spiegeln.

Altes Binnenschiff
Das Schiff auf Zeitreise ..
Altes Binnenschiff
… in Müsum
Altes Binnenschiff
Steven
Altes Binnenschiff
Vordeck

 

Tag der Modellbahn

Am 2. Dezember ist der Tag der Modellbahn mit vielen Aktionen. Sogar in Spanien gibt es sie. Clubaktivitäten fallen Corona bedingt natürlich aus.

Immerhin beteiligt sich in Schleswig-Holstein als einziger das Bad Segeberger Modellbaugeschäft Victor Boehm. Das Geschäft gibt es schon seit mehr als 100 Jahren.

Tag der Modellbahn
Die Seite der Aktion (https://www.tag-der-modelleisenbahn.de/de/aktivitaeten/alle-aktivitaeten#54.1806787/9.8957331/8/hotspot/732)

Das Werbebild des Geschäfts auf der Seite ist ein Z-Nachbau des Originals. Wer rät, auf welcher Modellbahnanlage das Modell stand?

Binnenschiff

Artitec bietet unter der Bestellnummer 7220020  das Rheinschiff ‚Helena‘ an. Es ist der Resin-Bausatz eines Binnenschiffs, dass m.E. in die Epoche 3 gehört. In der Verpackung kommen vier Resin-Teile, eine Ätzplatine, ein Polystyrol-Rundstab und die Bauanleitung zum Vorschein.

Binnenschiff
Die Bausatzteile auf der Anleitung

Die Anleitung ist lediglich eine Explosionszeichnung mit Positionsangaben der Bauteile und Bemalungsvorschlag.

Die riesigen Gießgrate unter den Resinbauteilen wirken abschreckend, was ich bei Artitec bisher nicht kannte. Ich versuche sie mit einem Seitenschneider abzuknabbern, was auch recht gut geht, bis das Material dünn wird. Schon habe ich einen Riss im Boden des Laderaums. Also bin ich noch vorsichtiger und „beiße“ alle 5 mm eine senkrechte Fuge in den Gussgrad. Nun ist die Belastung des Materials nicht mehr so groß.

Binnenschiff
Die Gussgrade sind abgeknabbert. Links im Laderaum erkennt man den Riss. In den rechten Aufbau habe ich regelrechte Löcher gerissen.

Nun geht es ans Schleifen, bis die Aufstandsflächen plan sind. Die Aufbauten müssen noch angepasst werden, bis sie zusammenpassen. Hier achte ich wegen des folgenden Farbauftrags auf ein Bisschen Spiel.

Binnenschiff
Fertig zum Lackieren

Nach dem Entfetten mit Reinigungsbenzin wird zunächst einmal grundiert. Das Braun des Ladebodens wird zuerst lackiert. Bevor das Deck grün wird, klebe ich den gesamten Ladeboden ab.

Dann wird es arbeitsreich. Nun sollen die Innenwände von Laderaum und Bordwand lackiert werden.

Binnenschiff
Die Folie wird grob ausgeschnitten und mit einem Spatel in die Ecken gedrückt.
Binnenschiff
Mit neuer Klinge schneie ich genau in den Ecken.

Was im Ladeboden noch schnell und einfach geht, ist auf dem Deck mit seinen vielen kleinen Aufbauten eine Tortur. Insbesondere das schmale Seitendeck hat es in sich. Es ist nur etwa 1 mm breit und auf beiden Seiten unterschiedlich. Hierfür schneide ich verschieden dicke Streifen Abdeckfolie. Nur eine exakt passende Folie lässt sich auch bis unten herein schieben. Nach eineinhalb Stunden darf ich endlich lackieren.

Nach dem Trocknen geht es schon wieder ans Abkleben. Der Rumpf soll unterhalb der Scheuerleiste schwarz lackiert werden. Hier hilft 2 mm breites Tamiya-Abdeckband aus Kunststoff (Masking Tape for Curves). Es passt sich sehr gut an die Kontur der Leiste an.

Binnenschiff
Schon wieder abgeklebt.

Zur Auflockerung bemale ich zwischendurch die Aufbauten. Hier darf ich endlich mal den Pinsel schwingen.

Binnenschiff
vorher
Binnenschiff
nachher

Nun geht es an die Messing-Zurüstteile. Sie lackiere ich in der Ätzplatine. Dafür werden sie entfettet, grundiert und abgeklebt.

Binnenschiff
abgeklebt
Binnenschiff
lackiert

Nun schneide ich zuerst die Reling aus und montiere sie. Dafür muss sie erst einmal gebogen werden. Der Durchmesser einer Farbflasche passt zu dem des Hecks. Doch reicht er nicht beim Biegen, weil das Metall zurück federt. Also benutze ich kurzerhand den Deckel der Flasche.

Binnenschiff
gebogen

Nach geduldigem anpassen kratze ich unteren Blechen die Farbe ab und fixiere die Reling mit Sekundenkleber am Schiff. Zur Sicherheit lasse ich nach dem Abbinden des Klebers noch weitere Tropfen in die Klebestellen laufen. Der flüssige Kleber verteilt sich so und hält wirklich.

Binnenschiff
montiert

Auch die Handräder, Masten und den Kran montiere ich auf die gleiche Weise. Zum Schluss rette ich noch den Schornstein aus dem Mülleimer, passe ihn an und lackiere ihn schwarz. Nach ein paar farblichen Ausbesserungen, ich habe fertig.

Binnenschiff
von Steuerbord …
Binnenschiff
.. und Backboard
Binnenschiff
Vordeck

Beleuchtung für die BR 216

Nachdem ich meine Baureihe 216 schon vor langer Zeit mit einem Decoder versehen habe, baue ich heute die Beleuchtung ein. Hierfür benötige ich lediglich je zwei SMD-Dioden und Widerstände und eine ruhige Hand.

Beleuchtung für die BR 216
Die Bauteile haben auf der Kupplung Platz.
Beleuchtung für die BR 216
Die zwei Seiten der Medaille: Der senkrechte Strich zeigt auf den Pluspol.

Zuerst werden je ein Widerstand und eine Diode zusammen gelötet und Lackdrähte angelötet. Zum Glück habe ich den Masseanschluss des Decoders an die Kontaktbleche über den Drehgestellen gelötet. So kann ich die Anschlussdrähte kurz halten.

Beleuchtung für die BR 216
Sie leuchtet.

Mit Gehäuse ist die Lichtausbeute eher mau. Den Widerstand habe ich mit 5620 Ohm doch etwas hoch gewählt. Ihn werde ich später mal austauschen.

Beleuchtung für die BR 216
Spitzenlicht

Reparatur eines Dampfgenerators

Vor Jahrzehnten hat Michael Bahls in meine BR 50 einen Dampfgenerator eingebaut.

Reparatur eines Dampfgenerators
Noch funktioniert der Dampfgenerator.

Leider habe ich nicht aufgepasst und ihn ohne Dampföl betrieben. Nun funktioniert er nicht mehr.

Reparatur eines Dampfgenerators
Für den Einbau musste Herr Bahls Platz für den 14 mm hohen Dampfgenerator und Tank schaffen.

Da ich nicht weiß, wie Generator, Licht und Tank eingebaut sind, entschließe ich mich für die große Lösung. Mit dem Fräser lege ich alle Bauteile frei.

Reparatur eines Dampfgenerators
Der Tank ist aus einem Kupferblech geformt.

Das Kupferblech benutze ich als Grundlage für einen Blechtank.

Reparatur eines Dampfgenerators
Das Blech ist gerichtet und auf Messing gelötet.
Reparatur eines Dampfgenerators
Der fast fertige Tank

Nach einer Einbauprobe muss ich den unteren Teil des Tanks noch kürzen. Dann wird er in das Gehäuse mit UHU Kraft eingeklebt. Nach dem Trocknen des Klebers stecke ich den Rauchgenerator von unten in den Tank und klebe ihn unten fest. Dabei ist darauf zu achten, das die kleinen Löcher im Rohr nicht verstopft werden. Sonst fließt kein Dampföl nach. Im Schornstein wird der Generator mit kleinen Papierstreifen zentriert. Leider erweist sich der Kleber nicht als hart genug, so dass ich ihn mit Sekundenkleber stabilisiere.

Reparatur eines Dampfgenerators
Der Generator wird zentriert.
Reparatur eines Dampfgenerators
Tank und Generator sind eingebaut.
Reparatur eines Dampfgenerators
Testaufbau

Eigentlich wäre ich jetzt fast fertig. Doch war es ganz angenehm, durch die am Dampfgenerator angeschlossene Beleuchtung eine Einschaltkontrolle zu haben. Also werde ich in die Rauchkammer eine Leuchtdiode bauen.

Die Leuchtdiode erhalte ich bei Achim Grob, den Vorwiderstand bei Conrad. Beide Bauteile löte ich direkt an einander und schließe sie direkt an Anschlussdrähte des Dampfgenerators an. Das Doppelklebeband hält nicht wirklich, deshalb verstärke ich es mit Sekundenkleber.

Reparatur eines Dampfgenerators
Licht!

Nun wird nur noch die Rauchkammer verschlossen.

Reparatur eines Dampfgenerators
Der Lichtleiter war bei meiner letzten Malaktion wohl verkratzt. Die Farbe blieb in den Vertiefungen. Mit bloßem Auge ist das nicht zu sehen.

Artitec in Steinau

Unter der Bestellnummer 322.028 bietet Artitec einen Erntewagen in „ready 1:220“ an. Er ist ein gealtertes Fertigmodell. Das nehme ich beim Wort und klebe den Wagen an den Rand einer Wiese.

Artitec in Steinau
Der Wagen aus allen möglichen Perspektiven

Artitec in Steinau

Artitec in Steinau

Der letzte Schilff

Zu Abschluss der Gestaltung ist dort, wo das Wasser der Au fast zum Stehen kommt, etwas Schilf gewachsen. Das gestalte ich mit Dichtungshanf.

Der letzte Schilff
Mehr braucht es nicht: Aus dem Fundus noch mit DM bezahlter Dichtungshanf, ein Brett, Bastelkleber, Pinzette und eine scharfe Schere

Zuerst trenne ich aus dem Bündel Hanf eine Strähne heraus und „kämme“ sie zwischen den Fingern so lange, bis die Fasern geordnet sind.

Der letzte Schilff
Der „gekämmte“ Hanf

Auf das Brettchen träufele ich Bastelkleber. Dann nehme ich ein bisschen vom Hanf ab und drücke ihn an einem Ende stark zusammen. Den Teil nehme ich mit der Pinzette auf und schneide das Bündel gerade. Hier soll der Hanf aufgeklebt werden. Also tauche ich dieses Ende in den Kleber. Während ich das zukünftige Schilf auf der anderen Seite mit der Schere kürze, hat der Kleber etwas Zeit zu trocknen. Damit überschüssiger Klebstoff nicht über das Wasser läuft, tupfe ich das Bündel auf dem Brettchen ab und pflanze das Schilf an den Rand der Au. Vorsichtig nehme ich die Pinzette zu Hilfe und richte die Fasern aus. Mit brauner Farbe an der Spitze stelle ich nach dem Trocknen des Klebers die Kolben dar.

Der letzte Schilff
An einer ruhigen Stelle hat sich Schilf gebildet.
Der letzte Schilff
Die Dame hat wohl den Ring für den Reifrock falsch angezogen. Aber das Schilf steht richtig.

 

Die Corona gerechte Modellbahn

Meine Frau fragt mich, ob ich denn auch auf meinem Modul Steinau die Coronakrise darstelle. Immerhin fällt die Bauzeit überwiegend in den Shutdown. Meiner Frau widerspreche ich natürlich nicht. Also mache ich mir erst einmal Gedanken darüber, was anders sein muss.

Üblicherweise würde ich auf dem Modul vier oder fünf Personen verteilen. Auf dem Land gibt es nicht so viele Spaziergänger. Doch während des Shutdowns sind die Wanderwege völlig überfüllt. Also suche ich wesentlich mehr Figuren heraus.

Einige der Figuren erhalten einen Mundschutz. Bisher wird er nur in Innenräumen empfohlen. Manche Leute tragen ihn aber auch im Freien. Des weiteren ist es zumindest in Schleswig-Holstein noch verboten, sich zu Gruppen mit mehr als zwei Personen zu versammeln, was ich natürlich auch berücksichtige.

Die Corona gerechte Modellbahn
14 Personen für Steinau
Die Corona gerechte Modellbahn
Mama trägt Mundschutz, Opa und Enkel nicht.
Die Corona gerechte Modellbahn
Die Freundinnen regen sich über die Familie auf. Immerhin gehört der Opa zu den gefährdeten Personen.
Die Corona gerechte Modellbahn
Um den Abstand einzuhalten sind die Beiden ins Gras ausgewichen. Die Dame beeilt sich dafür.
Die Corona gerechte Modellbahn
Die Damen in Steinau scheinen sich mehr um die Mitmenschen zu sorgen und tragen Mundschutz. Die Männer sind da nicht so besorgt.
Die Corona gerechte Modellbahn
Elegantes Paar
Die Corona gerechte Modellbahn
Zwei abgestellte Fahrräder

Steinig

Vier Steine habe ich für die Auswahl des Findlings für Steinau herangeschleppt. Sie wurden erst einmal in der Spülmaschine gereinigt und dann zur Probe auf den vorgesehenen Platz gelegt.

Steinig
Zuerst ein Stein in ungefährer Größe des alten Schwedens: So ein großer Stein wäre nie ohne Notwendigkeit in Steinau abgelegt worden. Auch dominiert er das Modul zu stark.
Steinig
Klein, interessante Farbe, jedoch dunkle matte Unreinheiten, die auf großen Findlingen so nicht vorkommen
Steinig
Farblich entspricht dieser Stein den Findlingen, die scheinbar am meisten vorkommen, ist aber sehr matt. Die Form ist einfach langweilig.
Steinig
Eigentlich dachte ich, die helle Farbe kommt bei Findlingen nicht vor. Doch eine Bildersuche belehrte mich eines Besseren. Sie werden häufig gereinigt als Ziersteine verkauft. Von Form und Größe passt er gut auf die vorgesehene Fläche.

Der Findling des letzten Bildes wird endgültig auf das Modul geklebt.

Zum Schluss noch ein Vorbildfoto zum Thema Findlingsschau am Wanderweg

Steinig
Der Findlingspark am Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer bei Grabau