Der letzte Schilff

Zu Abschluss der Gestaltung ist dort, wo das Wasser der Au fast zum Stehen kommt, etwas Schilf gewachsen. Das gestalte ich mit Dichtungshanf.

Der letzte Schilff
Mehr braucht es nicht: Aus dem Fundus noch mit DM bezahlter Dichtungshanf, ein Brett, Bastelkleber, Pinzette und eine scharfe Schere

Zuerst trenne ich aus dem Bündel Hanf eine Strähne heraus und „kämme“ sie zwischen den Fingern so lange, bis die Fasern geordnet sind.

Der letzte Schilff
Der „gekämmte“ Hanf

Auf das Brettchen träufele ich Bastelkleber. Dann nehme ich ein bisschen vom Hanf ab und drücke ihn an einem Ende stark zusammen. Den Teil nehme ich mit der Pinzette auf und schneide das Bündel gerade. Hier soll der Hanf aufgeklebt werden. Also tauche ich dieses Ende in den Kleber. Während ich das zukünftige Schilf auf der anderen Seite mit der Schere kürze, hat der Kleber etwas Zeit zu trocknen. Damit überschüssiger Klebstoff nicht über das Wasser läuft, tupfe ich das Bündel auf dem Brettchen ab und pflanze das Schilf an den Rand der Au. Vorsichtig nehme ich die Pinzette zu Hilfe und richte die Fasern aus. Mit brauner Farbe an der Spitze stelle ich nach dem Trocknen des Klebers die Kolben dar.

Der letzte Schilff
An einer ruhigen Stelle hat sich Schilf gebildet.
Der letzte Schilff
Die Dame hat wohl den Ring für den Reifrock falsch angezogen. Aber das Schilf steht richtig.

 

Die Corona gerechte Modellbahn

Meine Frau fragt mich, ob ich denn auch auf meinem Modul Steinau die Coronakrise darstelle. Immerhin fällt die Bauzeit überwiegend in den Shutdown. Meiner Frau widerspreche ich natürlich nicht. Also mache ich mir erst einmal Gedanken darüber, was anders sein muss.

Üblicherweise würde ich auf dem Modul vier oder fünf Personen verteilen. Auf dem Land gibt es nicht so viele Spaziergänger. Doch während des Shutdowns sind die Wanderwege völlig überfüllt. Also suche ich wesentlich mehr Figuren heraus.

Einige der Figuren erhalten einen Mundschutz. Bisher wird er nur in Innenräumen empfohlen. Manche Leute tragen ihn aber auch im Freien. Des weiteren ist es zumindest in Schleswig-Holstein noch verboten, sich zu Gruppen mit mehr als zwei Personen zu versammeln, was ich natürlich auch berücksichtige.

Die Corona gerechte Modellbahn
14 Personen für Steinau
Die Corona gerechte Modellbahn
Mama trägt Mundschutz, Opa und Enkel nicht.
Die Corona gerechte Modellbahn
Die Freundinnenregen sich über die Familie auf. Immerhin gehört der Opa zu den gefährdeten Personen.
Die Corona gerechte Modellbahn
Um den Abstand einzuhalten sind die Beiden ins Gras ausgewichen. Die Dame beeilt sich dafür.
Die Corona gerechte Modellbahn
Die Damen in Steinau scheinen sich mehr um die Mitmenschen zu sorgen und tragen Mundschutz. Die Männer sind da nicht so besorgt.
Die Corona gerechte Modellbahn
Elegantes Paar
Die Corona gerechte Modellbahn
Zwei abgestellte Fahrräder

Steinig

Vier Steine habe ich für die Auswahl des Findlings für Steinau herangeschleppt. Sie wurden erst einmal in der Spülmaschine gereinigt und dann zur Probe auf den vorgesehenen Platz gelegt.

Steinig
Zuerst ein Stein in ungefährer Größe des alten Schwedens: So ein großer Stein wäre nie ohne Notwendigkeit in Steinau abgelegt worden. Auch dominiert er das Modul zu stark.
Steinig
Klein, interessante Farbe, jedoch dunkle matte Unreinheiten, die auf großen Findlingen so nicht vorkommen
Steinig
Farblich entspricht dieser Stein den Findlingen, die scheinbar am meisten vorkommen, ist aber sehr matt. Die Form ist einfach langweilig.
Steinig
Eigentlich dachte ich, die helle Farbe kommt bei Findlingen nicht vor. Doch eine Bildersuche belehrte mich eines Besseren. Sie werden häufig gereinigt als Ziersteine verkauft. Von Form und Größe passt er gut auf die vorgesehene Fläche.

Der Findling des letzten Bildes wird endgültig auf das Modul geklebt.

Zum Schluss noch ein Vorbildfoto zum Thema Findlingsschau am Wanderweg

Steinig
Der Findlingspark am Rad- und Wanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer bei Grabau

Alter Schwede

Das Vorbild für den Findling in Steinau ist ein Stein, der in Övelgönne an der Elbe liegt. Es ist ein Findling, der bei Baggerarbeiten an der Fahrrinne im Weg lag. Er wurde an den Strand geschafft und dort liegen gelassen. Inzwischen hat der den Status eines Naturdenkmals. Seine Maße von 8m*5m*4,5m lassen einen großen Spielraum, für die Umsetzung im Modell. Ein Stein mit etwa 2 cm Durchmesser erscheint eher klein.

Alter Schwede
Die schiere Größe des Findlings beeindruckt…
Alter Schwede
… und reicht für ernsthafte Kletterübungen.

Natürlich bunt

Für den zweiten Schritt der Begrünung des Moduls Steinau lege ich den Elektrostaten beiseite und breite alle Matten, Vliese, Flocken und Büsche aus meinem Fundus am Arbeitsplatz aus. Ein Topf Buchbinderleim mit Pinsel steht auch bereit.

Nun nehme ich wahllos Begrünungsmaterial in die Hand und klebe es dort auf, wo es sowohl räumlich als auch optisch hin passt. Matten und Vliese reiße ich ab. So vermeide ich gerade Kanten. In rund zwei Stunden entsteht eine vielfältige Landschaft.

Natürlich bunt
Das Modul in der Übersicht

Natürlich bunt

Natürlich bunt

Natürlich bunt

Natürlich bunt

Natürlich bunt

Natürlich bunt

Natürlich bunt

Au! Nass!

Wie schon erwähnt gestalte ich die Wasserfläche der Au mit Klarlack. Der verwendete Bootslack verläuft, wenn er in einer dicken Schicht aufgetragen wird, zu einer planen Oberfläche; wenn die Schicht wirklich dick genug ist. Obwohl ich schon beim ersten Anstrich auf einen dicken Lackauftrag geachtet habe, erkennt man aus bestimmten Blickwinkeln die Holzstruktur. Also lasse ich die erste Schicht zwei Tage trocknen und versuche es noch einmal mit wirklich viel Klarlack.

Au! Nass!
Sieht das nach Wasser aus?
Au! Nass!
Der Durchlass spiegelt sich im Wasser.
Au! Nass!
Gegenlicht

Mauer

Es muss verhindert werden, dass der Bahndamm in die Au rutscht. Da muss noch eine Mauer hin. Sie entsteht aus einem Rest  Feldsteinmauer von Kibri. Nachdem die Steine an der Oberkante einzeln abgeschnitten sind, kann sie lackiert werden. Die Grundfarbe ist ein dunkles Beige. Dann werden die Steine in allen möglichen Schattierungen einzeln eingefärbt. Mit Washings gibt es noch ein ordentliches Altern.

Mauer
Fertig!

 

Grüner Arbeitsplatz

In Steinau geht es ans Begrünen. Also steige ich hinab in den Keller und packe meine zwei Kisten Grünzeug aus. Damit ist schon einmal die Arbeitsfläche belegt.

Grüner Arbeitsplatz
Materiallager

Die Module stelle ich auf zwei Böcke und lege eine Holzplatte davor. Steinau ist doch nur ein Modul, warum zwei? Das Modul Gudshof benutze ich als Vorlage, um die Modulabschlüsse möglichst gleich zu gestalten. Natürlich fange ich damit auch an und arbeite mich von außen nach innen vor.

Grüner Arbeitsplatz
Hier findet die Begrünung statt.

Dann werden erst einmal die Matten zur Seite gepackt und der Elektrostat kommt zum Einsatz. Ich beginne mit langen gelblichen Fasern, die ich in Flecken von Tiefengrund schieße. Danach pinsele ich immer wieder kleinere Flächen ein und beschieße sie mit 1mm kurzen Fasern, die ich jedes mal neu mische. Ein paar längere Fasern sind auch jeweils dabei. Zum Schluss kommt meine Restemischung zu Einsatz. Sie entstand aus abgesaugten Fasern aus vorherigen Projekten.

Grüner Arbeitsplatz
Verschiedene Grüntöne

Grüner Arbeitsplatz
Im Vordergrund lange Fasern, dann kurze und im Hintergrund verschiedene Matten von Polák

Grüner Arbeitsplatz
Für den Anfang nicht schlecht, aber noch nicht fertig.

Grabenbrücke

PTLBahn bietet unter der Bestellnummer 340001 eine kurze und eine längere Grabenbrücke an.

Grabenbrücke
Der Bausatz

Wie immer bei PTLBahn ist der Bausatz sehr filigran und das Material zu weich. Schon beim Herausziehen aus der Plastiktüte verbiegt das Ätzblech. Zum Glück ist nur ein Teil des des Trägers. Da ich schon meine Erfahrungen mit dem Material gemacht habe, pinsele ich den Bausatz von der Rückseite mit Lötwasser ein und verzinne ihn. Ich habe ja schon die Sonnenliegen, den Bauzaun und die Fallschutzleiter gebaut. Erst dann schneide ich die Brücke aus.

Die Enden des Laufbretts werden leicht nach unten gebogen und dann das Geländer 90° nach oben. Hierb ist darauf zu achten, dass der untere, breite Teil mit hoch gebogen wird.

Nun verzinne ich nochmal alle Biegestellen. Auch wenn die Brücke dann nicht ganz so filigran wirkt, ist mir die Praxis wichtiger. Zum Lackieren klebe ich die Brücke mit wasserlöslichen Bastelkleber auf einen Zahnstocher.

Grabenbrücke
Die Brücke ist fertig zum Lackieren.

Grabenbrücke
Die Brücke führt über die Steinau.

Wegebau

Den Wanderweg, der über das Modul führt, wird mit einer Mischung aus feinstem ASOA-Material und Tiefengrund gespachtelt.

Wegebau
Das Werkzeug

Zuerst mische ich das ASOA-Material mit Tiefengrund in einem alten Deckel. Bei der Dosierung leistet die Pipette Hilfe. Mit dem Stuckateurspachtel spachtele ich das Material auf den hell eingefärbten Weg. Mit dem gewässerten weichen Pinsel wird der Weg geglättet.

Wegebau
Auf der Fläche steht noch Wasser vom Glätten.

Wegebau
Die Fläche ist getrocknet.