by wuesti

Die Achsen von Stangenloks sollte man grundsätzlich nur im äußersten Notfall ausbauen, da der Einbau sehr fummelig ist. Manchmal ist ein Ausbau aber unumgänglich; es kann aber auch sein, dass bei anderen Arbeiten eine Achse aus Versehen aus dem Getriebe fällt. Es ist nicht so einfach, das Getriebe wieder richtig zusammen zubauen.

Hier soll diese Beschreibung eine Hilfestellung sein.

  • Zuerst muss der Motor entfernt werden. Dazu werden die elektrischen Verbindungen (Lampe, Kondensator, Motor) an den Kontaktblechen abgelötet und die zwei Schrauben, die den Motor halten, gelöst. So kann die Rollfähigkeit des Fahrwerkes am besten geprüft werden. Dieses ist bei BR 89 und V 60 nicht möglich; hier erfolgen alle Arbeiten am eingebauten Motor.
  • Nun werden alle Achsen eingebaut. Dabei müssen die Kolbenstangen in die Zylinder gesteckt werden. Die Achsen werden in die gleiche Stellung ausgerichtet.
  • Das hinterste Zwischenzahnrad wird nun eingesetzt. Dazu werden die benachbarten Räder möglichst weit in die entgegengesetzte Richtung gedreht. Beim Einbau des Zahnrades drehen sie sich wieder zurück.
  • Beide Räder sollten nun in der gleichen Stellung stehen. Ist das nicht der Fall, so hält man die hintere Achse fest und dreht die davor liegende rückwärts bis das Zwischenzahnrad (es hebt sich aus dem Getriebekasten) einen Zahn überrastet.
  • Nun wird die Stellung der Achsen wieder überprüft und dieser Punkt eventuell wiederholt, bis die Räder richtig stehen.
  • Der Getriebedeckel wird probehalber aufgeschraubt und die Lok auf dem Tisch gerollt. Sie sollte ohne watscheln rollen. Dabei ist zu bedenken, dass noch Zwischenzahnräder fehlen.
  • Sollte das Zahnrad richtig eingebaut sein, so wird der Getriebedeckel wieder geöffnet und die vorherigen vier Punkte für die nächsten Zwischenzahnräder wiederholt.
  • Bevor der Motor wieder eingebaut wird, wird die Lok auf dem Tisch geschoben. Sie darf nirgendwo hakeln. Sonst muss man wohl oder übel wieder von vorne anfangen.
  • Rollt die Lok zufriedenstellend, wird der Motor wieder eingebaut, die elektrischen Verbindungen angelötet und eine Probefahrt auf der Schiene durchgeführt.

Sollte die Lok mit Motor an nicht nachvollziehbaren Stellen hakeln, so kann es auch daran liegen, dass der Getriebedeckel durchgebogen ist, weil evtl. die Schrauben zu stark angezogen waren. Dieser wird mit einem SEHR guten Lineal geprüft und eventuell mit der Hand vorsichtig zurückgebogen.

Detailsteuerungen

Bei den neueren Märklin-Modellen mit Detailsteuerungen, hängen Treib- und Steuerstange am Steuerungsträger fest. Sie haben nicht sehr viel Spielraum um ein Zwischenzahnrad überzurasten. Hier sollte man mit dem Einbau der Zwischenzahnräder bei der Treibachse beginnen und sich nach außen vorarbeiten.

Beim Zusammenbau kann es passieren, dass die Schwinge, an der die Steuerstange befestigt ist, nach oben auswandert. Dann ist die Steuerung blockiert.

Die Schwinge steht nach oben und die Steuerstange zu steil.

Die lässt sich zurück klappen, wenn die Schrauben des Getriebedeckels so weit wie möglich, aber ohne heraus zu fallen, gelockert werden.

Schwinge und Steuerstange stehen wieder richtig.

Letzte Chance

Sollte man mit der oberen Methode nicht klar kommen, hilft nur eins:

  • Man baut die Räder wieder ein und entfernt die Stangen an beiden Seiten, in dem mit einem kleinen Schraubendreher die Nieten aushebelt werden. Man sollte unbedingt darauf achten, dass keine Niete herunterfällt, die findet man nie wieder.
  • Nun baut man die Zwischenzahnräder so ein, dass alle Achsen auf der gleichen Position stehen. Das geht jetzt leichter.
  • Die Stangen werden wieder angebaut. Hierbei ist zu beachten, dass die Nieten verschiedene Längen haben. Sie lassen sich ganz gut einsetzen, wenn sie an einen kleinen Magnet fest geheftet werden. Es ist unbedingt zu prüfen, ob die Nieten auch halten. Verliert die Lok eine auf der Anlage, findet man auch sie nie wieder. Sollte eine Niete nicht festsitzen, so wird sie mit einen erhitzten Schraubendreher oder einen kleinen Lötkolben (bloß nicht zu lange) leicht erhitzt. Weil die Radsterne aus Kunststoff sind, schmilzt die Niete fest.

Eines ist unbedingt wichtig, wenn man sich an diese Arbeit wagt. Man braucht Geduld und absolute Ruhe. Man sollte mit einer Stunde und mehr Arbeit rechnen und nicht verzweifeln. Wenn’s nicht klappt, macht man es eben noch einmal. Es ist schon die hohe Schule des Bastelns an Z-Loks. Ich habe an solchen Arbeiten schon mal ein ganzes Wochenende gesessen.

Den Tipp, dass man beim Arbeiten beide Hände auflegen sollte, um keinen Tadder zu bekommen, brauche ich wohl nicht geben.