Kaistedt-Wüstenauer-Eisenbahn

Kaistedt-Wüstenauer-Eisenbahn

Die Eisenbahn zwischen Kaistedt und Wüstenau sollte nach dem Krieg abgebaut werden. Da zu der Zeit die Eisenbahn das einzige Verkehrsmittel für einige Industriebetriebe war, legten diese Geld zusammen, um die Strecke in Zusammenarbeit mit dem Landkreis zu übernehmen. Man nannte die neu gegründete Gesellschaft Kaistedt-Wüstenauer-Eisenbahn (KWE).

Die Betriebe existieren immer noch und sind weiterhin an der Erhaltung der Strecke interessiert. In den Siebzigern ist in der Nähe von Wüstenau ein Kraftwerk gebaut worden. Die Materialtransporte gehen über die extra verlängerte Strecke der KWE. So ist die Existenz der Eisenbahn gesichert.

Die eingleisige Strecke verläuft von der Abzweigstelle der zweigleisigen Hauptstrecke Hammurch-Sielbüll zum Bahnhof Wüstenau. Hier gibt es einen kleinen Lokschuppen, den die Eisenbahnfreunde Kaistedt erhalten. Auch einen Gleisanschluss zum Lagerhaus der landwirtschaftlichen Genossenschaft ist vorhanden.

Die Strecke führt weiter durch eine abwechslungsreiche Landschaft nach Kaistedt. Einige Anschlussgleise, die in Sperrfahrt von Kaistedt aus bedient werden, sind auch vorhanden.

Der Bahnhof Kaistedt ist der ehemalige Endpunkt der Strecke und besitzt das Betriebswerk. Der Rundschuppen wird nicht mehr von der KWE benutzt. In ihm haben die Eisenbahnfreunde Kaistedt ihre Vereinsräume mit Werkstatt. Eine erstaunliche Zusammenarbeit hat sich entwickelt. Die Hobbyeisenbahner beschränken sich nicht nur auf die Erhaltung ihrer Museumsfahrzeuge. In Notfällen vermieten sie ihre Fahrzeuge auch an die KWE.

Der Fahrzeugpark der KWE war immer durch Sparsamkeit geprägt. So wurde das rollende Material in ganz Europa gebraucht eingekauft und aufgearbeitet. Die Mitarbeiter der KWE haben ihre Fahrzeuge sehr gepflegt, so dass viele bis heute überlebt haben und noch im Einsatz sind.

Die DB forderte in den sechziger Jahren einen Ausbau als Hauptbahn, wenn ihre Züge weiterhin nach Kaistedt fahren sollten. Dieses tat sie wohl mehr in der Hoffnung, dass die KWE dann aufgeben würde. Doch nicht nur diese Schwierigkeit überlebte die Bahn. Die Signalisierung mit Formsignalen ist bis heute erhalten geblieben.

In touristisch interessanter Landschaft gelegen, hat Kaistedt viel Fremdenverkehr. So fahren häufig Sonderzüge der DB bis Kaistedt. Natürlich gibt es auch Museumsbetrieb. Den Nahverkehr übernimmt die KWE weitgehend in eigener Regie. Im Zuge der Privatisierung des Schienenverkehrs ist es gelungen, den Nahverkehr bis in die Stadt Hammurch auszudehnen. Im Gegenzug kommen auch DB-Züge nach Kaistedt.